Reichenbach – deine Stadt, deine Ideen

Beobachtungsprojekt von Thomas Kaestle¹

ladenAm 26. September bis 02.Oktober 2014 veranstaltete Thomas Kaestle, im Rahmen des ImPuls Festivals von ars popularis, das Projekt “aufgeLADEN”. Das Projekt in der Stadt Reichenbach ist ein Beobachtungs- und Rechercheprojekt in dem Kaestle ohne Vorurteile, Vorbereitung und Ideen zu bestimmten Ergebnissen vorgeht. Seine Eindrücke hält er unter dem Blog www.meinreichenbach.tumblr.com fest.

In seinem Projekt legt er Wert darauf, dass es keine vorgegebenen Ziele und Erwartungen gibt, sondern offen an alle Begebenheiten in Reichenbach heran gegangen wird. Er meint, dass Ergebnisfreiheit auf Dauer nicht schadet. Durch fehlende Leerstellen, Offenheit und Überraschungen fällt es in der Stadt schwer der Entwicklung von urbanem Leben eine Chance zu geben. Urbanes Leben soll sich in Städten dynamisch entwickeln, kann aber auch durch öffentliche Strukturen angestoßen werden. Manchmal mag es besser sein erste Strukturen und Rahmensetzungen für solche Freiheiten zu schaffen, dies wäre dringend nötig, da in Reichenbach ein großes Bedürfnis des Austausches und der Entwicklung herrscht, beschreibt Kaestle. In Reichenbach gibt es viele schöne und attraktive Möglichkeiten sich beim Bummeln einmal nieder zu lassen, jedoch werden diese Plätze wenig genutzt. Der Marktplatz scheint eher ein Durchgangsort zu sein, als eine gemütliche Sitzecke. Einen gemütlichen Sitzplatz, um einen Kaffee zu trinken ist kaum aufzufinden, die Gastronomen argumentieren mit der fehlenden Genehmigung für Außengastronomie. Ein schnelles, warmes Mittag ist in Reichenbach an fast jeder Ecke zu finden, dagegen klagen Restaurants über mangelnden Umsatz.

Reichenbach ist zahlreich bestückt mit historischen Gebäuden, doch zufrieden mit der Innenstadt ist kaum jemand. Es gibt Leerstand, sowohl in den Geschäften als bei Wohnungen. Genauso wie in anderen Städten dominiert auch in Reichenbach die Vergangenheit. Reichenbach wirbt mit der hier geborenen Neuberin, sowie mit August Horch, der ganze 2 Jahre lang hier Automobilgeschichte schrieb.

stjpgHier stellt sich Kaestle die Frage ob eine Stadt auch mit ihren Zukunftsplänen werben kann und somit neue, frische Wege geht. Der Perspektiven Laden in der Bahnhofsstraße 22 diente ihm als Büro, doch da Kaestle täglich in der Stadt unterwegs war, um die Stadt und ihre Menschen zu erkunden und kennen zu lernen, wurde der Laden zum Schaufenster der Projektergebnisse. Er wurde dazu genutzt die Menschen aufmerksam auf den Blog und die Abschlussveranstaltung zu machen. Bei der Frage welcher Ort in Reichenbach mit besonders schönen Erinnerungen belegt ist, wird das Neuberinhaus genannt. Dort wird sich gern an die tollen Theaterstücke und Filme erinnert. Die Räumlichkeiten im Neuberinhaus, werden immer noch für Theater und Musik gebraucht. Ein Kino gibt es heute jedoch nicht mehr.

Die Menschen in Reichenbach reden bereitwillig über die Perspektiven Reichenbachs, es begannen sich Themen zu wiederholen und es war interessant verschiedene Meinungen zu einem Thema zu hören.

Auf dem Friedhof in Reichenbach bekommt man den Eindruck einer ehemals größeren Stadt. Aufwendige Grabmale deuten auf die Vergangenheit hin und wohlhabende Leute die ihre Grabmäler mit Skulpturen sowie Steinbögen schmückten weisen auf alten Wohlstand hin.

Ein weiterer Ort in Reichenbach ist der Heavy Metal Verein “Chronical Moshers”, der sesshaft im Stadtteil Cunsdorf ist. Der Club lässt sich von weitem nicht direkt erkennen, er besteht aus einem alten Schuppen inmitten einer Wiese. Durch improvisierte Bänke und Feuertonnen wird der Platz zu einem urbanen Raum. Ein Passant sagt, er finde es schön, dass es auch in kleinen Städten wie Reichenbach, lebendige Orte für solche Szenen und Subkulturen gibt. Der Club veranstaltet Konzerte und Festivals außerhalb des Schuppens, es ist schön das Leute die Initiative ergreifen und sich für solche Orte einsetzen, beschreibt Kaestle in seinem Blog.

parkSein weiterer Weg führt Thomas Kaestle in den Reichenbacher Stadtpark. Der Stadtpark bietet zahlreiche Möglichkeiten für Groß und Klein, vom Enten füttern, über Fußball spielen, joggen oder einfach zum Entspannen. Ein neu gebauter Spielplatz bietet Möglichkeiten für die Kids zum auszutoben. Er liegt außerhalb der Stadt, Richtung Cunsdorf. Gegenüber des Parks befindet sich ein Chinesisches Restaurant, ein Casino und der Volksfestplatz, auf welchem Zirkusveranstaltungen o.ä. stattfinden.

Auf dem Marktplatz befinden sich schöne Sitzgelegenheiten welche dazu einladen die Sonne zu genießen zudem kann der Platz am Springbrunnen von Kindern zum Austoben genutzt werden. Dort findet auch das jährliche Bürgerfest statt. Der Brunnen am Anfang des Marktplatzes deutet Petrus, der schwer an Schlüssel und Bibel zu tragen scheint. Die Figur schaut in die Richtung der benachbarten Kirche. Um den Brunnen herum stehen grobe, funktionale Betonplatten, in denen die Düsen des Brunnes befestigt sind.

Im Café Richter auf der Bahnhofsstraße wird ein großes Angebot an traditionell gebackenen Kuchen, sowie warme Speisen angeboten. Hier können sich Besucher ihren Kuchen auch im Hause schmecken lassen. Es ist ein Ort der Erinnerung und der Tradition. Das Café besteht schon seit über 100 Jahren. Schon in den Fenstern wird mit der über hundertjährigen Geschichte geworben.

Der Weg von der Innenstadt zum Bahnhof ist bestückt mit alten, schönen Villen, sowie mit sanierungsbedürftigen Gebäuden. Das Bahnhofsgebäude steht zum größten Teil leer und ist ungenutzt. Wie viele andere Dinge, wurde der einst wichtige und große Bahnhof, verkleinert und modernisiert, um an den heutigen Verkehr angepasst zu sein.

aussichtDer Autor befasst sich mit den schönen, aber auch schlechten Seiten von Reichenbach. Er bringt seine Meinung zum Ausdruck und nennt Ideen für die Weiterentwicklung der Stadt. Durch seine unvoreingenommene Sichtweise verliert der Autor nicht den Blick auf Neues oder verliert sich in Details. Der Blog endet mit dem letzten Eintrag am 02. Oktober 2014. Als gebürtiger Hannoveraner vergleicht er an einigen Stellen die Erlebnisse aus seiner Heimat mit denen aus Reichenbach. Der Blog verdeutlicht seine subjektiven und wertungsfreien Eindrücke und regt zum Nachdenken an.


QUELLEN:

  • http://www.meinreichenbach.tumblr.com/, Zugriff am 05. März 2015

3 Kommentare zu “Beobachtungsprojekt von Thomas Kaestle¹

  1. http://www./

    Rafaela Da Cruz – Hello! I have become a fan of your Facebook page and shared the link!!!! I would love to win this session to give my boyfriend of 7 years!! it would be a wonderful gift and an honour to be photographed by you as you take wonderful shots. Good Luck and yay for 1100 Fans!!!

  2. http://www./

    Congratulations on having one of the most sophisticated blogs Ive come across in some time! Its just incredible how much you can take away from something simply because of how visually beautiful it is. Youve put together a great blog space –great graphics, videos, layout. This is definitely a must-see blog!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>