Reichenbach – deine Stadt, deine Ideen

Kurzfassung Einzelhandels- und Zentrenkonzept 2013¹

Standortrahmenbedingungen

Das Mittelzentrum Reichenbach im Vogtland liegt zwischen den Oberzentren Zwickau und Plauen. Der mittelzentrale Verflechtungsbereich umfasst 5 Gemeinden sowie eine weitere Gemeinde als Überschneidungsbereich. Die Einwohnerentwicklung ist seit Jahren leicht rückläufig und wird laut der Bevölkerungsprognose des Freistaates Sachsen im Betrachtungszeitraum bis 2020 auf 17.600 Einwohner zurückgehen.

Markt- und Wettbewerb

Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft der Einwohner Reichenbachs im Vogtland liegt bei einem Indexwert von 86,1 (Bundesdurchschnitt = 100) und ist auch im regionalen Vergleich sehr niedrig. Die Kaufkraft nimmt in den Gemeinden, die näher an den Oberzentren Zwickau und Plauen liegen zu. Die laut Sekundärstatistik ausgewiesene Zentralitätskennziffer von 106,5 muss nach der Verkaufsflächenaufnahme auf ca. 98 korrigiert werden. Demnach fließt mehr einzelhandelsrelevante Kaufkraft ab als am Ort gebunden werden könnte. Die wichtigsten Wettbewerbsstandorte sind die Oberzentren Zwickau und Plauen, die innerhalb einer Fahrtzeit von 25min erreichbar sind.

Angebotsseite
(Lage und Umfang der Einzelhandelsverkaufsflächen)

Die Stadt Reichenbach i.V. hat zum Aufnahmezeitpunkt 200 Einzelhandelsgeschäfte mit insgesamt 37.399 m² Verkaufsfläche. Die VKF/Kopf liegt bei 1,89m². Bundesweit liegt das Verkaufsflächenniveau im Durchschnitt bei ca. 1,5 m² je Einwohner. Mit 0,54 m² VKF/Kopf im Lebensmittel-Bereich und 1,35 m² VKF/Kopf im Nicht-Lebensmittel-Segment liegt die Verkaufsflächenausstattung im Non-Food-Bereich unter dem Durchschnitt von vergleichbaren Städten. Ein hoher Anteil der Einzelhandelsverkaufsfläche liegt im Stadtzentrum. Alle klassischen zentrenrelevanten Sortimente befinden sich hier. Nur im Bereich Lebensmittel und Baumärkte dominieren die integrierten Lagen. Lediglich ein vergleichsweise geringer Teil der Einzelhandelsverkaufsfläche liegt in nicht integrierten Lagen. Damit ist der Wettbewerb innerhalb der Stadt Reichenbach i.V. zwischen den Lagen als für das Stadtzentrum sehr günstig einzustufen.

Prognose und Verkaufsflächenbedarf

Aufgrund des starken Wettbewerbs durch die nahen Oberzentren Zwickau und Plauen ist auch zukünftig eine Ansiedlung großflächiger Betriebe betriebswirtschaftlich riskant. Bedarfe bestehen bei qualitativ hochwertigen Lebensmittelbetriebstypen, auch bei Bio- und Reformwaren; in den Bereichen Büromaschinen und Computer; Autozubehör; Uhren, Schmuck; Optik sowie Glas, Porzellan, Geschenkartikel; Bücher und Schreibwaren und Möbel. Städtebaulich und raumordnerisch sind jedoch eine Ausweitung aller Sortimente, vor allem der kurz- und mittelfristigen Bedarfsbereiche und hier vor allem bei zentrenrelevanten Sortimenten wünschenswert, um die Zentralität der Stadt Reichenbach i.V. insgesamt und das Stadtzentrum im Besonderen entsprechend ihres Zentrenstatus zu stärken.

Steuerung der zukünftigen Einzelhandelsentwicklung

Die zukünftige Steuerung der Einzelhandelsentwicklung folgt folgenden Grundsätzen:

Das Stadtzentrum wird durch die Abgrenzung als zentraler Versorgungsbereich vor schädlichen Auswirkungen durch Handelsentwicklungen außerhalb desselben geschützt. Die Ausweitung und Ansiedlung zentrenrelevanter Sortimente soll nur noch im zentralen Versorgungsbereich Stadtzentrum stattfinden. Die Handelsfunktion soll durch die Beseitigung von Leerständen gestärkt werden (Flächenmanagement).

Das Ziel der flächendeckenden Nahversorgung soll den Einwohnern im fußläufigen Nahbereich den Zugang zu einem Lebensmittelmarkt ermöglichen. Gestützt wird dieses Ziel durch die Festsetzung dreier Grund- und Nahversorgungsstandorte, die hierdurch in ihrer Funktion zukünftig geschützt werden.

Eine Zersiedlung von Handelsflächen durch die Ausweisung neuer Handelsstandorte soll vermieden werden. Neue Standorte für nicht zentrenrelevante Sortimente sollen sich an bestehenden Handelsagglomerationen (in Gewerbegebieten/Sondergebieten) orientieren. Eine Potenzialfläche an der Dr.-Külz-Str./Ecke Goethestraße soll für das Stadtzentrum zu zusätzlicher Attraktivität insbesondere in der Nahversorgung führen und damit auch für die Stadt Reichenbach insgesamt eine größere Magnetwirkung im kurzfristigen Bedarf bewirken.

Maßnahmen zur Aufwertung der zentralen Versorgungsbereiche

Die im Rahmen eines so genannten Zentren-Checks ermittelten „Qualitäten“ der wesentlichsten Handelsbereiche in der Stadt konstatieren eine gute Situation in allen Kriterien. Handlungserfordernisse werden für die einzelnen Bereiche insbesondere in folgenden Richtungen gesehen:

Im Stadtzentrum ist insbesondere für mehr Kopplung zwischen Markt, Marktstraße, Postplatz, Zwickauer Straße und Bahnhofstraße zu sorgen (Möblierung, Funktionsanbindungen, Information, Gestaltungselemente). Die Frequentierung und insbesondere die Stellplatzerschließung (-leitsystem) sind optimierbar. Die Nahversorgungszentren weisen entsprechend ihrer Funktionalität ein gutes Gesamtniveau auf. Durch mehr Aufenthaltsmöglichkeiten und Außen- bzw. Fernwirkung kann deren Gesamtausstrahlung und Akzeptanz sicher noch erhöht werden.


QUELLEN:

  • Stadt Reichenbach im Vogtland – Einzelhandels- und Zentrenkonzept 2013

Ein Kommentar zu “Kurzfassung Einzelhandels- und Zentrenkonzept 2013¹

  1. Frank Werler

    Ich bin der Meinung, daß man den sogenannten Innestadbereich vom Graben über Bahnhofstraße bis Bahnhohf- Bahnunterführung Zwickauerstraße und zurück ausdehnen sollte.Dann hat man fast alles, was Sortimentsrelevant ist. Der Händel`s Bäcker fehlt dort aber, weil er außerhalb liegt. Wasdann noch fehlt, ist ein Einzelhändler des täglichen Bedarfr`s, bzw ein Getränkehändler, wie er früher in eurem Büro war. Ansonsten hat die Innenstadt eigentlich alles was Fußläufig erreichbar ist.

    Frank Werler

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